Erster Brief von „Martin“

Eva, ich möchte auch ganz zu Anfang sagen, dass viele Wege nach Rom führen, also wohl auch viele Therapieformen Erfolg bringen können.

Wenn Dir im Moment eine dieser Formen hilft, ist das O.K. und richtig so!

Ich kann ja nur für mich sprechen, bin aber der Überzeugung, dass die Therapieform die ich gewählt habe auch anderen Leuten zur Feiheit von dem Symptom T. verhelfen wird

Nach vielen Irrungen und Wirrungen habe ich mich zu einer Cognitiven Therapie entschlossen und nicht zu einer Cognitiven Verhaltenstherapie.

Ich hatte mich vorher ausgiebig informiert kann man sagen, durch lesen von Büchern und durch ausprobieren von Therapieformen. Die ersten Sitzungen sind ja kostenlos bei Therapeuten bei denen man zahlen muss und von der Krankenkasse zugestimmte Therapien sind welche die von der Krankenkasse befürwortet werden, ob sie nun was bringen oder nicht...

Ich habe mich also für eine Cognitive Therapieform entschlossen, da ich mich zu jedem Zeitpunkt für „einsichtig“ (*) gehalten habe, und bei meiner Therapie (= Behandlung) genau wissen wollte, was mit mir abgeht, anstatt schon wieder das Versuchskanninchen von sog. Gelehrten zu sein.

Ich wollte einsehen (*=intellegere, lateinisch Einsicht haben in, Durchschauen, daher das Wort „Intelligenz“), was in mir, in meinen Gedankenabläufen geschieht und dann selbst für mich entscheiden ob ich daran was ändere oder nicht und ob ich dann auch an meinem Verhalten was ändern will oder nicht.

Jedem Handeln geht ja ein Denken voraus.

Kognitive Therapie geht davon aus, dass unsere Wahrnehmung der Welt (=Cognition) nicht nur aus unserer sinnlichen Wahrnehmung sondern auch aus der Interpretation dessen, was uns widerfährt, besteht. Deshalb ist es wichtig bestimmte Denkmuster (Interpretationsmuster) aufzudecken (= bewusstzumachen), wenn sie denn zu nichts Gutem führen. Durch Bewusstmachung bekommt man dann als Patient die Möglichkeit was dran zu Ändern wenn man will, oder auch alles so zu lassen wie es ist.

Eva, das Ändern hört sich spektakulär an, geht aber ohne Aufwand.

Denn als ich nachvollziehen konnte, dass ich oft im wahrsten Sinne des Wortes kein gutes Haar an mir lasse, d.h. zu selbstkritisch bin, wurde mir auch mein Selbstzweifel bewusst, und wo er wohl herkommt.

Das gute an der Kognitiven Therapieist, das ich meine Selbstkritische Haltung (die beinahe bis zur Selbstzerstörung gegangen wäre ) nicht nur „einsehen“ (= rein intellektuelles nachvollziehen) sondern auch nachfühlen konnte. Mit „die Selbstzerstörerische Ader in mir nachfühlen zu können“ meine ich nicht dass mich der Therapeut dazu angehalten hätte, mir mal eben schnell selbst weh zu tun, sondern ich konnte mir selbst zusehen (im Geiste) wie ich in einem anderen (angeblichen) Leben hart mit mir selbst ins Gericht gegangen bin.

- So verläuft die sog. Reinkarnationstherapie. !

Ich als Patient hab einfach nur eine Story zusammen -„gesponnen“ (= gewoben), die auf mich zutreffend war, weil der Therapeut einem da durch führt und ständig nach dem Gefühl fragt :
" wie sieht das Haus aus ?"
" wie ist das Haus gedeckt ?, welche Art von Ziegeln ?"
" Fühlt es sich eher wie Ton oder eher wie Pflanzenmaterial mit dem das Haus gedeckt ist ?"

Die Story wird so immer dichter, und natürlich geht's keinem, weder Patient noch dem Therapeut/der Therapeutin wirklich um irgendwelche Dachziegeln ! Das ist nur das Vorgeplänkel, damit die Story Rahmen bekommt.

Was im Verlaufe einer solche Sitzung/ Therapie passiert, ist nichts anderes, als dass Patienten ihre bewussten und unbewussten Denkschemata und Verhaltensweisen in einer erfundenen, aber doch zutreffenden Geschichte anwenden.

Dadurch wird dem Therapeuten schneller klar, wo der Schuh drückt und in der Analyse der "gelaufenen" Geschichte lassen sich dann ganz schnell Parallelen zum tatsächlichen Leben ziehen. Aus der gemeinsamen Analyse ergibt sich somit eine Bewusstwerdung über Denkschemata hier und heute, als auch zu Interpretationen von Sachen, die bereits passiert sind.

So erinnerte ich mich auf einmal wieder an schlimme Selbstvorwürfe, die ich mir mal gemacht hatte, als ich einen Freund indirekt körperlich verletzte. (Er war selbst unter den Kart geraten, aber ich machte mir Vorwürfe) Ich erinnerte mich als massgeblich daran, weil ich vorher eine Geschichte "gelaufen" war, in der ich mich als vormittelalterlicher Kriegsherr sah, der "viele gute Leute" verlor.

Der Zusammenhang scheint hier abstrus zu sein, aber durch die Frage des Therapeuten : "haben sie im hier und jetzt schon einmal jemanden verletzt oder in den Tod geschickt ?" "- Nö, in den Tod geschickt natürlich noch nicht aber verletzt schon..." wird der Ablauf klarer.

Eva, weder ich noch mein Therapeut glauben, dass ich "in einem früheren Leben" mal Warlord war, aber die Projektion meiner Selbst auf "irgendsoeine erfundene Geschichte", lässt mich mich einfach so "benehmen", wie ich wirklich bin, ohne Scham und ohne Verdrängung. Und um die Aufdeckung von unbewussten (=verdrängten) Denkschemata's geht es der Cognitiven Therapie ja !

So funktioniert das !
-- Ganz schön psychologisch !

Das Ganze läuft ohne irgendwelchen Hokuspokus ab, nicht in Trance oder Hypnose oder sowas, sondern bei vollem Bewusstsein, aufrecht sitzend oder hingelegt, mit offenen oder geschlossenen Augen, frei nach Wunsch.

Mein Therapeut hat auch nicht in irgendwelchen sexuellen Sachen rumgewühlt, wie die Freud'ianer das tun, oder wollte auch nicht mein ach so verwerfliches Verhalten verändern oder schlecht reden wie die HRT-Freaks das tun, sondern wir haben da ganz harmlose Sachen "erlebt".

Ganz harmlos ging's von Statten und trotzdem bin ich jetzt frei von Trich, ohne auch nur jemals eine Pille Anti-Depressiva geschluckt zu haben !

Ich hab für mich recht behalten mit meiner Wahl, durch Cognitive Therapie "mein" Problem anzugehen und ich bin sehr sehr froh darüber.

Ich kam eines Tages zurück von einer Therapiesitzung und da war die T. einfach weg ! Fast unglaublich, aber der Therapeut sagte schon nach der 20. Stunde ganz geheimnisvoll : "Sie werden sehen, bald ist das hier vorbei und dann war es einfacher als Sie zunächst dachten " Und genauso war es auch !

Nicht das "mein" Therapeut der Grösste aller Weisen gewesen wäre und etwas gewusst hätte, was auch 20 Jahre Trichotillomanie-Forschung nicht haben bewerkstelligen können, er sagte mir sogar dass er noch nie jemanden mit diesem Symptom therapiert hätte und auch in seinem Therapeuten-Netzwerk niemand wäre, der dies je gesehen hätte. Zu dem Zeitpunkt wusste er noch nicht einmal wie das Symptom heisst und ich wusste es damals auch noch nicht.

Aber trotzdem hatten Er und ich grosses Vertrauen in den Psychsomatischen Ansatz und das hat sich ausgezahlt !

Ja, in der Psychsomatik wird so einem "verrückten" Symptom sogar Be-Deutung zugesprochen und der Therapeut nutz das Symptom eher um der eigentlichen Problematik auf die Schliche zu kommen.

Ganz nach Jung geht auch die Psychsomatik davon aus, das nur verdrängte Anteile sich als Symptom "verkörpern" können

Vor allen Dingen sprachliche Äusserungen im allgemeinen Sprachgebrauch sind oft hilfreich um psychologische Sachverhalte viel Bildhafter darzustellen.

So fand man zum Beispiel heraus, dass Leute, deren Leben sie "kalt" lässt, eher zu "Erkältungen" neigen, oder dass Leute die die "Schnauze voll haben", sich das aber nicht eingestehen wollen, bald "verschnupft" sind. Auch Leute, die sich stark den "Kopf zerbrechen", aber Mahnungen ihres Körpers in den Wind schlagen (= ins un(ter)bewusste verdrängen) werden bald "Kopf-Weh" haben.

Ebenso ist es Erfahrung der Psychosommatik, dass die Symptome verschwinden, sobald die Patienten sich deren psychologischer Entsprechung bewusst geworden sind, da dann das Symptom ja seinen Sinn, etwas verdrängtes doch noch bewusst zu machen, verloren hat.

Schön und gut, was sind jetzt aber die Psychosommatischen Erkenntnisse zur Trichotillomanie ?

Dazu ist es interessant was die Koriphäe für Psychosomatische Medizin in Deutschland, Dr. med. Ruediger Dahlke z.B. in seinem Buch "Krankheit als Sprache der Seele" über Haare allgemein sagt

Haare sind Freiheitssymbole (Hippiezeit), deshalb werden bei Soldaten symbolisch die Haare geschnitten, sie Spiegeln Macht wieder (Samson der seine Macht aus seinen Haaren nahm, Altes Testament), Haare verkörpern Würde in hochaufgestellten Frisuren hoch(auf)gestellter Persönlichkeiten (Nofretete, Indianerhäuptlinge), sind Schmuckstücke und verkörpern Vitalität. Ebenso verkörpern sie den Stolz ihrer Besitzer.

Menschen die unter Trich leiden sind ganz abstrakt betrachtet demnach auch Menschen die sich unbewusst (Reissen geht ja so gut wie von selbst) Ihrer Schmuckstücke, ihrer Macht- und Freiheitssymbole berauben.

Das ist eher abstrakt, wird aber bildhafter, wenn man sich folgende sprachliche Äusserungen ansieht

sich die Haare ausraufen (=Selbstärgernis

solange kein gutes Haar an sich lassen, bis man (selbst) nichts mehr "drauf" hat (= Selbstkritik wie ein Selbst"verriss", Kritiker schreiben "Verrisse")

sich zügeln (Haare als Zügel)

nicht aus"schweifend" leben, sondern sich eher "kurz" halten (kurze Frisur)

"Spinnst Du ? , greif dir mal an den Kopf !" (Apell wenn man der Norm Anderer nicht gehorcht hat. Aufruf zu Selbstkritik). Uranus, der Revoluzzer, Aufbegehrer und Normenübertreter wurde auch oft aufgefordert sich mal an den Kopf zu Greifen anstatt die Normen Anderer zu übertreten, hat das aber bewusst nicht getan....; Das war ein (Arche-)Typ!

Ein Problem einkreisen, um es dann mit der Wurzel auszureissen (So verfahren Betroffene ja mit ihren Haaren..)

sich einen Zacken aus der Krone brechen (eine Krone ist was Schönes !!!!)

Die Nadel im Heuhaufen suchen (=so lange suchen, bis man doch noch was spitzes, stechendes gefunden hat, das man an sich "auszusetzen" hat und deshalb rausreisst.)

Die Selbst"behauptung" "angreifen" (jemand mit starker Selbstbehauptung, d.h. starkem Willen und dadurch hohem Durchsetzungsvermögen ist wenig selbstkritisch, greift seine eigenen Behauptungen nicht an !, denn um seine Meinung zu revidieren müsste er ja selbstkritisch sein !)

Oje Oje, was für ein esoterisches Zeug magst Du jetzt denken !

Keine Angst, es macht Sinn, denn als Sprache entwickelt wurde gab es wohl schon die Trichotillomanie ! und auch Selbst-kritik ! Wenn jemand an jemand anderem kein gutes Haar mehr lässt, dann versucht dieser jemand alles nur kritikwürdige herauszukramen, den Anderen in seiner Macht herabzuwürdigen und klein zu reden. Kritik bis zur Haarspalterei !

Demnach lässt sich folgendes in Anwendung der Psychosomatischen Theorie sagen: Trichotillomanen Menschen ist der Grad ihrer Selbstkritik nicht bewusst, sie möchten es allen recht machen und sehen dabei vor allem das was noch nicht so perfekt an Ihnen ist, was sie dann auch sofort an sich auszusetzen haben. Diese Selbstkritik führt zu starken Selbstzweifeln ("ob ich es dieses mal richtig machen werde ?", "soll ich es so oder so machen ?", "ob ich das schaffe ?","ist das was ich tue richtig ?")

Starke Selbstzweifel führen zur Antriebshemmung der Depression, denn wenn jede Aktion die Aussicht auf Kritik und Misslingen hat, dann läst man es lieber mit welcher Aktion auch immer. Aktion (oder Aktivität) aber ist der Schlüssel um der Depression zu entgehen. Da jede Aktion aber auch auf ein angenehmes, gutes, richtiges und lohnendes Ziel hin gerichtet sein muss, Trichotillomane aber nur Ziele vor Augen sehen, die nicht so ganz perfekt sind, weil des einen Freud des anderen Leid bedeutet, kommen sie nicht zur Aktion und bleiben in der Depression stecken. Sehr starke Selbstkritik, die nach kritikwürdigem (seiner selbst) wie nach einer Nadel im Heuhaufen sucht, nennt man auch Negativismus. Alles wird nur von der negativen Warte aus betrachtet, und nichts ist so perfekt, als dass da nicht noch etwas zu verbessern wäre.

Das Wort Aggression stammt vom Lateinischen "aggredere" und meint soviel wie weiterkommen, vorwärtskommen, daraufzugehen, vorwärtsschreiten. Erst in unserer Kultur ist diese wichtige "Lebens-Energie" negativ besetzt.

Es ist eine Erkenntnis der Psychsomatik, das Aggression, (also auch der Wille voranzuschreiten) die sich nicht nach Aussen oder an die richtigen Adressaten (Auslöser d. Aggression) richtet, sich gegen einen Selbst richtet und in Auto-Aggressiven Ausprägungen sichtbar wird, die bis zum Selbstmord gehen können.

Die Depression ist ein Zustand von Autoaggression. "was ich auch tue, es hat ja doch keinen Sinn.."

Eva, Du kennst bestimmt das Bild/Gleichnis mit den Pendeln, d.h. wenn Du ein Pendel sehr stark in eine Richtung schwingen willst, brauchst Du es nur sehr stark in die entgegengesetzte Richtung zu schwingen um auch zu dem gewünschten Erfolg zu kommen. Dies machen sich viele Meditationslehrer zu Nutze, die Ihren Schützlingen auch "Entspannung" beibringen müssen, damit die Meditation besser funktioniert. So Spannen diese Medtationsfreaks alle ihre Muskeln für ca. 5 sek. an (-Krampf!-Aua!) um dann in eine viel grössere Entspannung hineinzukommen. Probiers mal aus, wirkt sofort und Entspannung hilft ja auch bei Trichotillomanie - Attacken.

Nach dem gleichen Prinzip kannst Du für Dich überprüfen, ob Du auch sehr selbstzweiflerisch, selbstkritisch, oder dahingehend perfektionistisch bist, dass Du es allen Leute recht machen willst, bzw. dadurch manipulierbar geworden bist.

Du kannst ja z.B. nach dem Prinzip der "Übertreibung in gleicher Richtung" mal ausprobieren wie folgende Sprüche wirken, wenn Du sie Dir vorsagst :

Wenn ich mir sowas vorsage, habe ich sofort wieder das Gefühl dass ich was falsch gemacht habe, etwas was verbesserungswürdig ist und noch weiter "perfektioniert" werden sollte. Ein Gefühl, als müsste ich noch an mir rummachen.

- Deshalb kann ich Dir die Übertreibung nicht als Lösung empfehlen, wohl aber empfehle ich Dir mal Deine Gedanken so über den Tag gesehen auf selbstkritische Äusserungen (alles was dich nicht in einem tollen Licht darstellt, aber Du gehörst in ein tolles Licht) hin zu überprüfen, wer weiss, vielleicht gibt's da ja welche ?

So hat auch Amanda's "Emotional Healing" (auf Amanda's Homepage) funktioniert, wenn Du mich fragst. Denn wenn Gott einem liebt und man das auch für sich spürt, dann ist alle Kritik von einem selbst und von Anderen überflüssig, dann ist man O.K. so wie man ist.

Das Ziel heisst :

Eigenliebe (ich bin der beste Mensch den ich habe, warum sollte ich mich selbst auch noch kritisieren wo doch Andere das schon zur Genüge tun)

Eigenakzeptanz (so wie ich bin und ich bin nicht perfekt, wer ist das schon ?)

Selbstvergebung statt Selbstkritik (Toleranz ggüber. sich Selbst)

Entspannung (statt mit sich selbst im Clinch zu liegen) (Der Konflikt zwischen A-Land und B-Land hat sich entspannt..)

oder einfach

Selbst-verwirklichung

Noch ein Wort oder zwei zu Serotonin : Im Februar 2000 haben amerikanische Forscher herausgefunden, dass Kinder die ohne viel Liebe aufgezogen worden waren (im Heim), beim Aufwachsen nicht die Fähigkeit anderer Kinder erlangten, Serotonin, also Glücksgefühle, länger im Gehirn anzulagern, d.h. länger glücklich zu sein. Und das ohne vorherige genetische Predisposition. (american scientific) (american scientific ist in Deutschland "Spektrum der Wissenschaft", es war auch ein Fernsehbericht in "nano", 3SAT im Februar 2000) Dies ist nochmal ein interessanter Anhaltspunkt dafür, dass wir von den Eltern gelernt haben so mit uns umzugehen (Lerntheorie), denn "Kind ich liebe dich nur wenn.." ist lieblos weil Liebe unter Bedingung und damit keine echte Liebe, und "Schau mal wie unglücklich Du mich jetzt gemacht hast" ist knallharte Manipulation seitens der Eltern/des Partners und in dem Fall keine Liebe, auch wenn als Entschuldigung kommt "ich mein es doch nur gut !!!" (Fake!)

Bitte checke dein Leben auch auf solche Sachen, denn dass unsere Eltern was damit zu tun haben könnten, ich meine nichts genetisches, ist ein heisses Eisen, dass wohl kein Therapeut/keine Therapeutin gerne anpackt. Dann sind wieder wir Betroffenen selbst Schuld, weil wir mit einem schlimmen Elternteil/Elternhaus nicht richtig umgegangen sind.

So was nennt sich dann evt. "Adaptionsproblem" (Adaptieren = An-passen) um uns im Unklaren darüber zu lassen, wer wirklich Schuld trägt.

(Um uns richtig zu "Adaptieren" hätten wir uns dann gemäss herrschender Lehrmeinung genauso gegenüber unseren Eltern verhalten sollen, wie sie sich gegenüber uns ! Das heisst dann "Spiegeln" und führt laut Neurolinguistischen Programmierern (NLP-Jüngern) so sehr zum Erfolg, dass man sogar X-beliebigen Leuten den "schlechtesten Staubsauger der Welt" als den Besten verkaufen kann. Angeblich wirkt das so, dass Leute sich verstanden fühlen, wenn sie ihre eigenen Verhaltensmuster (von denen sie ja überzeugt sind) im Gegenüber wiedererkennen: "Der verhält sich wie ich -->der ist wie ich -->der versteht mich--> dem kann ich vertrauen-->ich kann den Staubsauger ruhig kaufen..- ODER in unserem Fall, ich brauch das Kind ja nicht zu kritisieren, es ist ja (wie) ich"

* Ich weiss auch nicht, will uns hier jemand wirklich vorwerfen wir hätten uns als Kinder bei aller Abhängigkeit nicht "richtig" verhalten ? - Wenn ich das glauben würde, würde ich mir dann nicht nur noch mehr Selbst-vorwürfe machen ?

"Einspruch Euer Ehren !"

Wahrscheinlich sind wir Opfer des "Perfektionismus-Dranges" von Eltern, die geschnallt haben, dass sie nicht perfekt sind (es aber gerne sein möchten um sich lieben zu können) und dann einfach ihre Kinder einspannen, um das zu verwirklichen, was sie selbst in Ihrem Leben nicht geschafft haben. Die elterliche Verwechselung der Kinder mit sich selbst kann schnell passieren:

"Das Kind macht mir ja Alles nach ! ; wahrscheinlich weil es so sein will wie ich (sein will)" "das Kind ist wie ich (bin), es verhält sich (zumindest) so !"

Es lohnt sich von Trich wegzukommen, denn heute kann ich wieder lachen und glücklich sein und auch über genauso lange Phasen wie Nicht-Tricher. Dieser ganze "Es ist genetisch, da kannst Du nichts machen" Quatsch ist Quatsch !!!!!

Zum Abschluss möchte ich Dir wärmstens 3 Bücher empfehlen : (denn wenn die Therapeuten von nix 'ne Ahnung haben, dann müssen wir selbst über uns Bescheid wissen, sollten wir ja sowieso)

Dr. med. Ruediger Dahlke mit Thorwald Dethlefsen
"Krankheit als Weg"
dort ist der Ansatz zur Psychsomatik der Beiden super gut erklärt.

Dr. med. Ruediger Dahlke
"Krankheit als Sprache der Seele" 1992
dort sehr ausführliches Eingehen auf Haare und Bedeutung von Haaren.

Dr. med. Ruediger Dahlke :
"Krankheit als Symbol"
dort Kapitel "Trichotillomanie" sehr gut !
ISBN 3-570-12265-4

Er empfiehlt dort unter anderem "evt. ins Kloster" zu gehen aber das Prinzip der Übertreibung kennst Du ja ! - Wer im Kloster ist, braucht sich ja nicht mehr um das Wohl und Wehe Anderer zu "scheren", sondern kann sich ganz um sich selbst und die eigene Selbstverwirklichung kümmern, braucht also erst gar nicht Rücksicht auf Andere und deren Normen zu nehmen, weil ja keine Anderen da sind.... Die Erkenntnis, dass man nur ein Staubkorn im Universum ist, und deshalb nicht für das Leiden in der Welt verantwortlich zu machen ist, und sich deshalb ruhig so benehmen kann wie man es selbst für richtig hält, kommt dann sehr schnell...

Hier noch eine Anzeige, die mir aufgefallen ist :
(Das ist ne Werbung für "Junge Karriere", ein Teil der "Handelsblatt"-Zeitung)
Anzeige : Kratzen, Beissen, Haare ziehen ?
Wie Sie besser weiterkommen lesen Sie in Junge Karriere (Handelsblatt) (Anzeigen-Ende)

zu Kratzen gibt's noch zu sagen :
Sprichwort auf Jakarta :
"Der Weise Kratzt sich auch, wenn ihn die Probleme Anderer jucken"
(Also Probleme Anderer jucken scheinbar)
In der Anzeige ist mit "Beissen" Nägelbeissen gemeint !
Und "weiterkommen" ist ja nicht möglich ohne Aggression, siehe weiter oben/vorher.

Mach's mal gut, wenn ich Dir zu dem einen oder anderen Punkt noch was schreiben soll, dann lass es mich wissen.

Ich hoffe ich konnte Dir was informatives beisteuern und wünsch Dir viel Glück und viel Erfolg dabei das Symptom Trich ganz loszuwerden.

Du schaffst Das !

Gruss, Martin


Zweiter Brief von "Martin"

Hallo Eva !
um noch ganz kurz auf Deine Frage einzugehen :
Reinkarnationstherapie ist nur eine Form von Kognitiver Therapie.

Kognitive Therapie wird von vielen Therapeuten/Therapeutinnen in ganz Deutschland angeboten. Die Psychologen oder evtl. sogar Heilpraktiker berufen sich dann auf den Menschen, von dem Sie es gelernt haben. Soweit ich weiss gibt es im Internet diverse Verzeichnisse von Psychologen-Netzwerken, wo auch reichlich Therapeut(en)Innen aufgelistet sind, die Kognitive Therapie anbieten. Bestimmt auch in Deiner Nähe !!

Reinkarnationstherapeuten (richtige) gibt es in Deutschland nicht so viele (wurde von einem Amerikaner in den 80ern entwickelt) aber über www.dahlke.at oder sein Büro kannst Du glaube ich auch ne Liste bekommen. Reinkarnationstherapie benutzt als "Kniff" einfach die Projektion auf "frei erfundene Geschichten " um schneller zum Ziel zu kommen als die reine Kognitive Therapie, bei der mehr nur nachgefragt wird :"Stellen Se sich z.B. vor Sie stehen in einer Warteschlange und jemand drängelt sich vor ! - Wie geht es Ihnen dabei ?" .Sowas wird dann gemeinsam analysiert. Dauert zwar a bisserl länger, führt wohl aber auch zum Ziel, siehe:

"Cognitive Therapy : THINK about the WAY YOU THINK ". (von Amanda's Homepage incl. Übersetzung von mir)

Tschüss, Martin